Evangelische Elisabeth Klinik, Berlin-Mitte

 

 

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

 

Durch eine städtebauliche Neuordnung und neue, architektonische Zielsetzungen soll der Standort der Evangelischen Elisabeth Klinik nahe des Potsdamer Platz gestärkt werden und eine Adresse für eine quartiersübergreifende Aufwertung erhalten.

Aufgrund seiner innerstädtischen Lage soll ein neuer, urbaner Betreuungsstandort mit Freiflächen für Patienten, Mitarbeiter und Besucher entstehen, welcher das Versorgungsangebot im Stadtteil Tiergarten erweitern soll. Hierfür stellt die Öffnung und Durchwegung des Standortes von der Lützowstrasse zum Schöneberger Ufer und dem angrenzenden Kulturforum eine denkbare Maßnahme dar, für den Bereich an der Lützowstrasse ist eine adressbildende Neugestaltung des Eingangsbereiches erforderlich. Das Grundstück selbst soll städtebaulich neu geordnet werden und um qualitätsvolle Freiräume ergänzt werden. Hierzu sollten auf dem Wettbewerbsgrundstück ein neues Pflegewohnheim mit 120 Pflegeplätzen und einer Kapelle und ein Ärztehaus entstehen. Das zukünftige Hospiz mit 14 Gästezimmern soll im baulichen Zusammenhang mit einem der beiden Neubauten stehen.

 

 

Städtebauliches Konzept

 

Ärztehaus und Seniorenstift markieren als stadträumliche Einheit die neue Adresse der Evangelischen Elisabeth Klinik. Die beiden 5-geschossigen Straßenansichten an der Lützowstraße geben der Elisabeth Klinik als neue Stadtbausteine in Gestaltung und Materialität ein neues und unverwechselbares Gesicht und prägen das Entrée. Bewusste Einordnung und logische Ergänzung vorhandener Strukturen definieren den Genius Loci neu. Die städtebauliche Qualität der beiden Baukörper folgt der Philosophie, den unterschiedlichen Nutzungen eine eigene Identität zu verleihen und durch ein logisches Erschließungs- und Orientierungssystem Ordnung zu schaffen. Platzierung und Ausformung der Baukörper öffnen das Grundstück zu einem großzügigen städtischen Platz als Eingang des Klinikums mit sinnfälliger Wegeführung für Besucher, Patienten und Personal und leiten über eine Grünachse vom öffentlichen in den halböffentlichen Bereich über.

Während das Ärztehaus in orthogonaler Grundriss-Struktur als Kopfbau des Krankenhauses mit  linearer Anbindung an das Klinikgebäude eine „harte Kante“ ausbildet, öffnet sich das Pflegewohnheim in differenzierter Grundrissausprägung als „weiche Kante“ und leitet in das parkähnliche Gelände über.

Die Baukörper entwickeln sich  konsequent aus ihrer Nutzungsstruktur, das Seniorenstift mit einer sich öffnenden beschützenden Geste in der Ausrichtung der Bewohnerbereiche und zum Platz orientierten Servicefunktionen, das Ärztehaus mit dem Hauptzugang zur Klinik blockartig mit einem lichten Atrium und mit einer zentralen Erschließung, die sich durch Sichtbezüge zu den einzelnen Ebenen auszeichnet.

 

 

Pflegewohnheim

 

Das Seniorenstift entwickelt sich mäanderförmig entlang der östlichen Grundstückgrenze, mit der Ausrichtung der Bewohnerzimmer überwiegend nach Süd-Westen.

Kernstück der Pflegegestaltung ist die Qualität des Bewohnerzimmers als Einzelbaustein, in einem zeitgemäßen Standard, und die Gestaltung der Pflegegruppe als intimer Wohnbereich.

Die Haupterschließung des Seniorenstifts erfolgt über einen eingeschossigen Hallenbereich mit zentralem Empfang und angegliederten Einrichtungen wie Blumenladen, Friseur und Cafeteria, sowie Heimleitung / Verwaltung, Physikalischer Therapie und Personalumkleiden.

Direkt an der Cafeteria befindet sich die Hauptküche, über die auch die Klinik mitversorgt wird. Während für das Seniorenstift die Speisenversorgung über eine Ausgabe in der Cafeteria bzw. über Tischversorgung in den Pflegeebenen erfolgt, ist für den Klinikbereich ein Tablettsystem geplant.

Der vor der Cafeteria liegende Außenbereich erweitert in den Sommermonaten die Cafeteria um eine vorgelagerte Terrasse.

Die Kapelle orientiert sich zum Gartenbereich mit Anbindung an das Seniorenstift und separatem Zugang zum Hospiz.

 

 

Ärztehaus

 

Das Ärztehaus bildet als südlicher Kopfbau an der Lützowstraße den neuen Hauptzugang zur Ev. Elisabeth Klinik. Über die gemeinsame Halle vernetzen sich die Funktionen, Patienten und Besucher der Klinik wie des Ärztehauses werden zentral über den Infopoint gesteuert. Das Erschließungsprinzip des Ärztehauses wird über Galerien innerhalb des überdachten Atriums mit optimaler Orientierbarkeit und natürlicher Belichtung sichergestellt. Durch die Gestaltung des Ärztehauses als Gesundheits- und Wellness-Oase wird eine Atmosphäre mit „Wohlfühleffekt“ erzeugt. Der Zuschnitt der Praxen kann aufgrund des Erschließungssystems völlig frei an beliebiger Stelle erfolgen. Über eine zentrale Aufzugsgruppe erreichen die Patienten die Praxen in den einzelnen Ebenen des Ärztehauses. Darüber hinaus erfolgt von der Lützowstraße aus die Liegendkrankenvorfahrt über den wettergeschützten Gebäudeausschnitt im Erdgeschoß.


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